Fokus Smart Natives – So ticken die Konsumenten von morgen

Smart Natives – das sind junge Menschen zwischen 20 und 25 Jahren, die täglich online sind und ihr Smartphone intensiv nutzen – geben als „Early Adopter“ einen Hinweis darauf, wie das zukünftige Konsumentenverhalten aussehen kann. Deshalb ist es relevant sich als Händler bereits heute mit den Wünschen und Bedürfnissen dieser spezifischen Zielgruppe auseinanderzusetzen.

Das drastischen Veränderungen im Konsumentenverhalten innerhalb der letzten Jahre zeichnen sich  bei den Smart Natives besonders intensiv ab. Laut einer ECC-Studie sind nur noch 6 Prozent der Smart Natives „traditionelle Handelskäufer“, die nicht gerne online shoppen. Die Mehrheit (68 %) wechselt hingegen zwischen stationärem Geschäft und Online-Kanal je nach Belieben. Zudem sind Smart Natives mit dem Internet aufgewachsen und haben einen selbstverständlichen Zugang zu mobilen Endgeräten und Co. Wie eine andere Studie des ECC Köln zeigt, fühlen sich Smart Natives ohne ihr Smartphone „leer“, „in Gefahr“ und „von der Außenwelt abgeschnitten“. Das Smartphone ist ihr ständiger Begleiter und das Kommunikationsmittel schlechthin. Doch wie genau informieren sich Smart Natives vor einem Kauf, welchen Informationsquellen vertrauen sie und welchen Stellenwert haben soziale Netzwerke aus ihrer Sicht?

Smart Natives informieren sich autark

Smart Natives vertrauen insbesondere auf selbstrecherchierte Informationen: Beim Kauf eines neuen Smartphones verlassen sich 73 Prozent der Smart Natives auf offizielle Testberichte und 64 Prozent auf Online-Produktbewertungen. Die Beratung im stationären Geschäft hingegen schneidet im Vergleich schlechter ab: Nur 39 Prozent gaben an, dass sie dem Berater im stationären Geschäft vertrauen. Das Internet spielt bei der Informationsrecherche eine entscheidende Rolle: Vor dem Kauf in einem Ladengeschäft informiert sich mehr als jeder zweite Smart Native vorab in Online-Shops. Hierbei stehen neben Preisen vor allem Kundenbewertungen und Produktvergleiche für sie im Vordergrund. Das Internet ist also das virtuelle Schaufenster des stationären Handels. Für stationäre Händler ist es daher unabdingbar, online Präsenz zu zeigen, um diese junge Zielgruppe zu erreichen.

Smart Natives stehen innovativen Geschäftsmodellen aufgeschlossen gegenüber

Neue Geschäftsmodelle, wie z. B. das „Curated Shopping“ kommen bei Smart Natives gut an: Jeder Zweite hat den Service schon genutzt oder kann es sich zumindest vorstellen. Dieses Konzept wird aktuell insbesondere in der Fashion-Branche umgesetzt wird (z. B. bei Outfittery, Zalon, Kisura). Beim Curated Shopping füllen Kunden einen Online-Fragebogen aus und geben dabei Konfektionsgröße und persönliche Vorlieben an. Anschließend erfolgt auf Wunsch ein persönliches Telefongespräch mit einem Stilberater des Online-Shops, der seinen Kunden anschließend ein Paket mit einer individuellen Auswahl an Kleidungsstücken und Accessoires zusammenstellt.

Auch Mietkonzepte werden von der smartphoneaffinen Generation begrüßt: 17 Prozent haben „Social-Sharing-Konzepte“ (wie z. B. Auto- und Parkplatz-Sharing, Mieten von Kleidung) schon einmal genutzt – fast doppelt so viele wie unter der Gesamtheit der deutschen Onliner. Darüber hinaus nutzen 47 Prozent Musik-Streaming-Dienste wie Spotify und 39 Prozent Film-Streaming-Portale wie beispielsweise Netflix. Solche Konzepte stehen insbesondere für Abwechslung: Nutzer können somit immer wieder auf neue Inhalte oder Produkte zugreifen, ohne sich in Unkosten stürzen zu müssen. Dies entspricht der Schnelligkeit und Kurzlebigkeit des heutigen Zeitgeistes.

Ich blogge also bin ich? Die Relevanz sozialer Medien

Soziale Netzwerke sind ein fester Bestandteil im Leben der Smart Natives. Die „Generation Selfie-Stick“ ist mit Facebook, WhatsApp und Co. aufgewachsen. Jedoch hat nicht jedes soziale Netzwerk für sie den gleichen Stellenwert. YouTube umschreiben Smart Natives mit den meisten positiven Worten, während Facebook und WhatsApp – nicht zuletzt aufgrund der kritischen Datenschutzthematik – negativer bewertet werden.

Blogs, also „Online-Tagebücher“, in denen Blogger Empfehlungen z. B. zu Kleidungsstücken, Make-Up oder Lebensmitteln geben, stoßen bei Smart Natives auf großes Interesse. Rund 66 Prozent lesen Blogs und davon haben 60 Prozent schon einmal ein Produkt gekauft, weil sie hierüber positive Blogeinträge gelesen haben. Dieses Potenzial haben Unternehmen bereits für sich erkannt und nutzen Blogger häufig als Multiplikatoren: Sie stellen ihnen Produktsamples zur Verfügung, welche sie anschließend in Form eines Textes oder Videos bewerten. Auch verfügen viele Unternehmen selbst über eigene Corporate-Blogs, in denen sie Kunden z. B. über Produktneuigkeiten informieren.

Was kleine und mittelständische Unternehmen hiervon lernen können

  • Die Konsumenten von Morgen nutzen das Internet wie selbstverständlich zur Informationssuche – auch vor dem stationären Kauf und mit dem Smartphone. Ein moderner und mobil optimierter Internetauftritt ist für Händler unabdingbar.
  • Um den Anschluss nicht zu verpassen, sollten Händler innovative Handelskonzepte, wie z. B. Mietmodelle oder Curated Shopping, im Blick haben. Auch wenn nicht alle Trends zur Umsetzung geeignet sind, geben sie einen Hinweis darauf, wohin die Reise gehen kann.
  • Neben Facebook sollten Händler auch andere Kanäle – wie z. B. Pinterest, Instagram oder YouTube – in Erwägung ziehen, um dem neuen Kommunikationsverhalten gerecht zu werden.
  • Inspiration wird auch online immer relevanter. Blogs können hierbei wertvolle Impulsgeber für einen Kauf sein, wenn sie Kunden Mehrwerte bieten