Digitale Kundenbindung – Scannen statt Abstempeln

Möchten Unternehmer Kunden nicht „nur“ gewinnen, sondern auch binden, so stehen hierfür zahlreiche Möglichkeiten zur Verfügung, wie zum Beispiel Stempelkarten. Sie stellen eine gut etablierte und vor allem kostengünstige Maßnahme zur Kundenbindung für kleine und mittlere Unternehmen dar. Allerdings wirken die klassischen Varianten weniger attraktiv: sie sind altmodisch, werden häufig vergessen und beschweren das Portemonnaie unnötig.

Die virtuelle Stempelkarte ist vor dem Hintergrund der zunehmenden Digitalisierung die probate und zeitgemäße Lösung. Mit ihr kann der Konsument zudem mittels nur einer App Treuepunkte bei verschiedenen Unternehmen sammeln und hat zusätzlich Informationen zu Läden in der Nähe, Filialinformationen etc. zur Verfügung. Auf der anderen Seite ist sie für den Unternehmer eine kostengünstige und unkomplizierte Variante, die mit weiteren Features wie beispielsweise einer Mitteilungsfunktion an Kunden aufwarten kann. Somit profitiert nicht nur der Konsument, sondern auch der Unternehmer.

Prinzip und Funktionsweise der virtuellen Stempelkarte

Die virtuelle Stempelkarte selbst ist eine Applikation für Smartphones (siehe Abbildung 2), die es dem Konsumenten ermöglicht, parallel bei einer Vielzahl dort gelisteter Unternehmen Treuepunkte auf jeweils einer unternehmensspezifischen Stempelkarte zu sammeln. Die Anwendung der App ist dabei sehr einfach und schnell.

Nach Installation der App kann der Konsument beim Einkauf im ausgewählten Unternehmen durch das Scannen eines QR-Codes (siehe Abbildung 3) den ersten Stempel sammeln und aktiviert somit die Stempelkarte auf dem Smartphone. Bei jedem weiteren Einkauf in diesem Ladengeschäft wird nun ein weiterer Stempel eingescannt. Gleiches gilt für weitere Ladengeschäfte.

Ist die Stempelkarte für ein betreffendes Unternehmen voll, erscheint in der App ein Hinweis, dass die Stempelkarte nun eingelöst werden kann. Der Kunde erhält die Prämie, sobald im betreffenden Ladengeschäft ein weiterer Stempel-Code gescannt wird.

Aber auch für den Unternehmer ist die digitale Stempelkarte einfach zu nutzen. Der Unternehmer selbst muss lediglich den bevorzugten Dienstleister eines Stempelkartensystems beauftragten und den Bonus festsetzen. Dieser übernimmt in der Regel die gesamte Implementierung – von der Einbindung des Unternehmens in die App über die Bereitstellung des Downloads der App bis hin zur Auslieferung der einzuscannenden QR-Codes in das Ladengeschäft. Es werden keine zusätzliche Software oder Geräte benötigt, sodass der Aufwand für das Unternehmen selbst gering gehalten wird. Zudem ist die Applikation nicht an ein bestimmtes Betriebssystem des Smartphones gebunden, sondern üblicherweise für Android, Windows Phone und iPhone erhältlich, wodurch alle potenziellen Kunden angesprochen werden können.

Chancen der Applikation für kleine und mittlere Unternehmen

Im Vergleich zur traditionellen Stempelkarte wirkt diese Form innovativ. Darüber hinaus sorgt die Listung in der App des Dienstleisters dafür, dass alle Nutzer der App vom eigenen Unternehmen erfahren und so auch neue Kunden über dieses Kundenbindungssystem gewonnen werden können.

Zusätzlich können je Angebot und Anbieter weitere Optionen gebucht werden. Dazu zählt unter anderem ein Nachrichtendienst, der eine Kontaktaufnahme mit dem Kunden erlaubt, sodass er über laufende Aktionen oder Events informiert werden kann. Des Weiteren lässt sich eine Mikro-Website erstellen, die Platz für Speisekarten oder Filialinformationen bietet. Außerdem können Kunden mithilfe des Dienstleisters über Facebook gewonnen werden. Hierfür ist kein eigenes Profil notwendig. Über eine Empfehlungsfunktion des ausgewählten Dienstleisters können Kunden für das genutzte Unternehmen auf Facebook werben und bekommen zur Belohnung einen Bonusstempel. Nicht zuletzt gibt es auch die Möglichkeit Statistiken und Analysen über das Kundenverhaltenzu erhalten und für die weitere Planung von Maßnahmen zu nutzen.

Fazit

Der Einsatz von Stempelkarten stellt in bestimmten Bereichen eine sinnvolle Maßnahme dar, den eigenen Umsatz zu verstetigen bzw. zu erhöhen. Die virtuelle Stempelkarte bringt im Vergleich zur klassischen Variante noch einmal ganz besondere Effekte mit sich. Allem voran lässt sie das Unternehmen durch die Einbindung dieses digitalen Angebots innovativ erscheinen, was insbesondere auch für jüngere Zielgruppen attraktiv wirkt. Aber auch die Praktikabilität dieser Maßnahme – weniger physische Karten im Portemonnaie und kein Vergessen – wirkt sich positiv auf die Kundenwahrnehmung aus. Zudem profitiert nicht nur der Konsument von der virtuellen Stempelkarte, sondern auch der Unternehmer selbst. Allein die Präsenz in der App führt zu Kontakten mit weiteren potenziellen Kunden. Die Möglichkeit den Kunden direkt über Sonderaktionen zu informieren und das Nutzungsverhaltender eigenen Kunden auswerten zu können, besitzt größeres Potenzial zur intensiven Kundenbindung als die klassische Form der Stempelkarte.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.